Kein Stress wegen SLS

Expert*innen sind sich einig: Sodium Lauryl Sulfate (SLS) sind effektiv und sicher. Warum wollen wir von Lush es dann aus unseren Produkten verbannen? 

Bei Sodium Lauryl Sulfat (SLS) handelt es sich um eine Chemikalie, die in unzĂ€hligen Seifen, Shampoos, Duschgels und Zahncremes verwendet wird. Sie wirkt als Tensid und bindet ölbasierten Dreck, der anschließend mit Wasser einfach abgespĂŒlt werden kann. Außerdem ist SLS ein effektiver Schaumbildner, der fĂŒr eine dichte Schaumschicht sorgt. Diesen Schaum erwarten viele von uns beim Reinigen von unserem Gesicht, Haar und Körper.

Obwohl SLS bereits seit den 1930er Jahren sicher und erfolgreich angewendet wird, hat es einen schlechten Ruf. Expert_innen sind sich zwar einig, dass es ungefĂ€hrlich fĂŒr den Menschen ist, allerdings kann es austrocknend auf Haut und Haaren wirken. Das gilt besonders bei Menschen, die sowieso zu trockenen oder krausen Haaren neigen, oder aber Hautkrankheiten wie Ekzeme oder Neurodermitis haben. Daher haben wir uns verpflichtet, auch Alternativen anzubieten.

Noch viel wichtiger ist uns die Reduzierung des sicheren SLS in unseren Produkten aber, weil es fast immer aus Palmöl produziert wird. Seit 2008 versuchen wir intensiv, Palmöl komplett aus unserer Lieferkette und unserer Kosmetik zu verbannen, da sein Anbau schwerwiegende Auswirkungen auf Ökosysteme hat. Denn um Palmöl zu produzieren, werden tropische UrwĂ€lder gerodet, um Platz fĂŒr Palmplantagen zu machen. Das vertreibt indigene Völker und wilde Tiere, zerstört die Natur und beschĂ€digt sensible Ökosysteme. Doch Palmöl wirklich zu boykottieren ist leichter gesagt als getan.

„Es ist nicht einfach, palmölfreies SLS zu finden. Es gibt keinen großen Markt fĂŒr palmölfreie Alternativen und hat man eine gefunden, ergeben sich oftmals neue Probleme. Etwa, dass neue Zulieferer sich nicht an unsere GrundsĂ€tze halten und zum Beispiel nicht auf Tierversuche verzichten“, erklĂ€rt Mark Rumbell, zustĂ€ndig fĂŒr den Bereich Ethischer Einkauf bei Lush.

Dennoch geben wir nicht auf und versuchen weiter, unseren Palmöl-Fußabdruck zu reduzieren, denn das hilft dabei, die Natur und Menschenrechte zu schĂŒtzen. „Momentan befindet sich SLS in 52 unserer Produkte“, erklĂ€rt Mark, „wir suchen aber nach Materialien, die SLS entweder ersetzen, oder gemeinsam mit SLS verwendet werden können, um die Menge insgesamt zu reduzieren. Unser Ziel ist es, komplett auf palmölbasiertes SLS verzichten zu können.“

Solltest du dir wegen SLS Stress machen?

In den vergangenen Jahren wuchs die Kritik an SLS und Produkten, die es enthalten, stetig. Teils auch, weil es fĂ€lschlicherweise mit Krebs in Verbindung gebracht wird. Nicola Smith von Cancer Research UK sagt: „Es gibt keinerlei Beweise dafĂŒr, dass Sodium Lauryl Sulfate Krebs verursachen. Kosmetika unterliegen strengen Bestimmungen in Europa. Es muss eindeutig nachgewiesen werden, dass sie sicher sind, bevor sie in den Verkauf gelangen. UnglĂŒcklicherweise gibt es zahlreiche GerĂŒchte im Internet rund um Kosmetik, die Krebs verursacht, aber in Bezug auf SLS gibt es keinerlei wissenschaftliche Nachweise, die diese GerĂŒchte unterstĂŒtzen wĂŒrden.“

Viele der Sorgen stammen von der Verwirrung rund um den Herstellungsprozess von SLS. Das SLS, welches wir verwenden, entsteht aus Kokos- oder Palmöl, denn beide enthalten von Natur aus eine hohe Konzentration von LaurinsĂ€ure. Diese wird mit SchwefelsĂ€ure (aus Petroleum) kombiniert, woraus SLS entsteht. Anschließend neutralisiert man dieses Gemisch mit Natriumcarbonat, einem natĂŒrlichen Mineral. Manche Berichte behaupten, dass bei diesem Prozess sogenannte Nitrosamine entstehen, von denen 90% als krebserregend gelten. Es ist jedoch chemisch unmöglich, dass SLS Nitrosamine enthĂ€lt.

„In den vergangenen Jahren ist der Ruf von SLS immer schlechter geworden, was vor allem auf Fehlinterpretationen wissenschaftlicher Befunde beruht“, sagt Kosmetikchemikerin Kelly Dobos. „Sodium Lauryl Sulfate entstehen durch die Kombination von LaurinsĂ€ure und SchwefelsĂ€ure. Keine dieser Chemikalien enthĂ€lt Nitrogen. Also kann auch das daraus entstehende SLS keine Nitrogene enthalten, dementsprechend auch keine Nitrosamine.“

Außerdem gibt es BefĂŒrchtungen, dass SLS negative Auswirkungen auf die Meeresbewohner haben könnte. Denn immerhin landen RĂŒckstĂ€nde von Shampoo und Seife mit dem Abwasser im Wasserkreislauf. Doch Kelly beruhigt uns: „Ist eine Chemikalie in der Lage dazu, innerhalb von 96 Stunden oder weniger in einfache, nichttoxische Komponenten zu zerfallen, und das in normaler, natĂŒrlicher Umgebung, gilt sie als kompostierbar und biologisch abbaubar. Das trifft auf SLS zu. Gelangen Kosmetikprodukte in natĂŒrliche GewĂ€sser, ist SLS nahezu vollstĂ€ndig abgebaut. Ökotoxikologen fanden heraus, dass die geringen Mengen SLS im Wesentlichen ungiftig fĂŒr Fische und andere Meereslebewesen sind.“

SchÀume dich ein

Die meisten von uns fĂŒhlen sich erst dann sauber, wenn sie sich ordentlich mit Seife oder Shampoo eingeschĂ€umt haben. Die Sulfate, die fĂŒr den Schaum verantwortlich sind, können jedoch sehr stark und austrocknend wirken, vor allem auf dem Haar. Obwohl SLS hĂ€ufig Trockenheit hervorruft, sind Hautirritationen die Ausnahme, wenn man sich grĂŒndlich abwĂ€scht – selbst bei Menschen, die sehr empfindliche Haut haben. Die Risiken sind so gering, dass es bei abwaschbaren Produkten innerhalb der EU keine Regulation bezĂŒglich der Menge von SLS gibt. Irritationen treten nur dann auf, wenn die Produkte auf der Haut einwirken sollen.

„Die meisten Menschen können Produkte mit SLS bedenkenlos auf ihrer Haut oder in ihren Haaren verwenden“, so Dr. Stefanie Morris, Dermatologin und medizinische Direktorin bei European Dermatology in London. „Das liegt daran, dass man es abspĂŒlt. Es ist nur fĂŒr kurze Zeit mit dem Körper in Kontakt und nach dem Abwaschen bleibt in der Regel kein – oder nur sehr wenig – SLS auf Haut und Kopfhaut zurĂŒck.“

Alternativ kannst du bei empfindlicher Kopfhaut auf unsere festen Shampoo Bars zurĂŒckgreifen. Ein einzelner Bar entspricht der Menge von drei 200ml Flaschen FlĂŒssigshampoo. Daher enthalten sie eine sehr hohe Konzentration SLS, nĂ€mlich bis zu 90%. Trotzdem ist das Risiko fĂŒr Irritationen sehr gering, denn es genĂŒgt, nur den Schaum auf die Haare aufzutragen. Feuchte es dazu einfach unter der Dusche zwischen deinen HĂ€nden an und schĂ€ume anschließend dein nasses Haar damit ein.

„Der Unterschied ist dramatisch“, erklĂ€rt Lush MitbegrĂŒnder Mark Constantine, „verwendest du ein flĂŒssiges Shampoo, trĂ€gst du das gesamte Material auf deinen Kopf auf. Bei einem festen Shampoo Bar ist das anders. Du trĂ€gst nur den Schaum auf, der entsteht. Selbst Menschen mit Ă€ußerst sensibler Kopfhaut können es verwenden.“

Wenn du auf feste Shampoo Bars schwörst, aber dennoch möglichst wenig SLS verwenden willst, greife zu einem unserer Shampoo Bars mit SCS. Mit Coconut Rice Cake, Flyway Hair und Angel Hair findest du drei Alternativen fĂŒr unterschiedliche BedĂŒrfnisse.

Wir haben uns mit allen Wassern (und Seifen) gewaschen

Im Jahr 2017 brachten wir unsere neu formulierten Gourmet-Seifen auf den Markt. Sie enthalten unsere eigene, hausgemachte Seifenbasis. Zwar ist unsere Basis bereits seit 2006 frei von Palmöl, jedoch können wir mit unserer selbstgemachten Basis gewĂ€hrleisten, dass wir keinerlei SLS oder Sodium Stearate mehr hinzufĂŒgen mĂŒssen, und damit sĂ€mtliche Inhaltsstoffe dieser Seifen keine Spuren von Palmöl enthalten.

Diese Lush-eigene Seifenbasis besteht aus einer Mischung von fair gehandelter Bio-Kakaobutter, Extra Vergine Kokosöl und Bio-Ricinusöl, sowie Sodium Hydroxiden. Daraus entsteht eine schĂ€umende, feste Basis, zu der wir AufgĂŒsse, SĂ€fte oder Öle hinzufĂŒgen, um fĂŒr Duft und positive Effekte auf der Haut zu sorgen. Auch können wir die Basis mit Seifenbasen mischen, die aus anderen Zutaten bestehen – darunter Olivenöl oder Arganöl. So gelingt uns eine grĂ¶ĂŸere Auswahl an Schaumarten und Texturen.

Außerdem haben wir seitdem andere Seifen neu formuliert, sowie neue Seifen auf den Markt gebracht, die ebenfalls unsere eigene Seifenbasis enthalten. Das gilt zum Beispiel auch fĂŒr unsere Seifen, die nur zu bestimmten Zeiten des Jahres erhĂ€ltlich sind, etwa zu Weihnachten oder im FrĂŒhling zu Ostern, Muttertag, Valentinstag oder Vatertag.

Du hast nun also eine noch grĂ¶ĂŸere Auswahl, was es fĂŒr dich leichter macht, die passenden Produkte und Inhaltsstoffe fĂŒr dich, deine Haut, deine Haare und eure BedĂŒrfnisse zu finden.

Startseite - Kein Stress wegen SLS